Ich würde wahrscheinlich eher nicht hingehen und bin da mindestens zwiegespalten. Letztendlich ist es eine andere Form der Tierhaltung und -ausnutzung und es steht ein profitorientiertes Unternehmen dahinter. Hinzu kommt, dass Katzen karnivor ernährt werden, was zusätzliches Leid verursacht. Ich muss fairerweise auch sagen, dass ich prinzipiell gegen Tierhaltung bin und mir selbst nie ein Haustier zulegen würde.
Auf der anderen Seite handelt es sich anscheinend um "gerettete" Katzen aus Tierheimen. Das ist natürlich eine gute Sache, dass diese Tiere Zuwendung und ein Zuhause bekommen. Dennoch ist hier das Grundproblem, dass es diese Tiere im besten Fall gar nicht erst geben sollte.
Ich frage mich auch, was mit dem Konzept des Unternehmens passiert, wenn es tatsächlich mal keine Katzen gibt, die gerettet werden können. Belässt man es dann dabei? Dann ginge das Konzept nicht mehr auf (Katzentempel ohne Katzen?). Organisiert man dann Katzen aus anderen Quellen wie z. B. Zucht? Das fände ich dann sehr fragwürdig und das Unternehmen wäre in meinen Augen dann auch nicht vegan.
Ich kann mir diesen Zirkus echt nicht mehr geben. Ernsthaft schon wieder geheucheltes Entsetzen und gespielte Empörung? Man redet wieder von einem "Skandal" und behandelt das als schrecklichen Einzelfall? Wie viele dieser tausenden Skandale und Einzelfälle braucht es eigentlich noch, bis der letzte Mensch gemerkt hat, dass das der Standard in Schlachtbetrieben ist und ein bewusst aufgebautes und betriebenes System ist, das mit einer absurden Menge an Steuergeldern finanziert wird?
Ich weiß, dass dieses Verhalten sehr gut mit Karnismus und kognitiver Dissonanz erklärbar ist, aber es ist 2023 und irgendwann wird es echt lächerlich. Wer tierische Produkte konsumiert, der unterstützt direkt dieses grausame und vollkommen vermeidbare Leid. Egal, wo diese Produkte gekauft werden: empfindungsfähige und intelligente Lebewesen müssen dafür leiden und sterben. Nebenbei ist dieses System auch einer der Hauptantreiber der Klimakrise unter welcher die gesamte Menschheit leidet.
Und es braucht mir echt kein Omnivor-Clown mehr ankommen mit "aber ich esse nur gaaaaanz selten Fleisch und auch nur vom Metzger des Vertrauens". Ich habe diesen Satz in den letzten Jahren unzählige Male gehört oder gelesen. Über 98% der tierischen Produkte in Deutschland kommen aus der Massentierhaltung. Die Supermärkte sind überschwemmt mit dem Kram und die Einkaufswagen sehe ich immer prall gefüllt damit.
Steht also wenigstens dazu, dass ihr euch gerne die Billigscheiße von Tönnies reinzwiebelt und euch die Folgen und Probleme eures Konsums egal sind.